Der Orgelbauer Hugo Koch (1899–1945) in Köln

Dr. Gabriel Isenberg (Stand: 09.02.2021)

Hugo Koch war Mitglied einer weit verzweigten und über mehrere Generationen wirkenden Orgelbauersippe in Schlesien, Thüringen, im Rheinland und in den Niederlanden.

Stammvater der Familie war der Tischlermeister und Orgelbauer George Adam Koch (23.09.1775–um 1850), der um 1800 in seinem Heimatort Neustädtel (heute Nowe Miasteczko, Schlesien) eine Werkstatt eröffnet hatte. Eine Zusammenarbeit mit dem am gleichen Ort ansässigen Orgelbauer Johann Methner (1783–1834) ist naheliegend. Nach Kochs Tod führten seine (namentlich unbekannten) Söhne den Betrieb noch bis in die 1860er Jahre in Neustädtel weiter. Der jüngste Sohn Gustav Koch (30.09.1819–05.05.1901) machte sich zunächst 1848 in Gräfentonna (Thüringen) selbständig und eröffnete 1863 seine Werkstatt im thüringischen Gotha.
Der in Gräfentonna geborene Sohn Ernst Bernhard Koch I (08.07.1848–19.11.1918) erlernte in dritter Generation das Orgelbauhandwerk. Nach seiner Heimkehr aus dem Deutsch-Französischen Krieg ging er 1871 zu Ibach nach Barmen, wo er schließlich 1880 seinen eigenen Betrieb gründete. 1903 übernahm er Bestände und Kundschaft von Richard Ibach, 1904/05 verkaufte Koch einen Großteil des Kundenstamms an Paul Faust (1872–1953), der bis dahin bei ihm als Werkmeister gearbeitet hatte. Als Klavier- und Harmoniumhandel bestand das Geschäft in Barmen und Elberfeld noch bis 1929 unter Leitung der Witwe Lydia Koch (22.09.1867–11.12.1958) bzw. den Kindern Elisabeth (verh. Osberghaus) und Johannes Koch.
Ernst Bernhards I jüngerer Bruder Hugo Koch I (09.01.1859–nach 1899) erlernte bei seinem Vater ebenfalls das Orgelbauhandwerk und wanderte in die Schweiz aus, wo er 1881/82 als Mitarbeiter im Bereich Mechanik bei Johann Nepomuk Kuhn (1827–1888) in Männedorf nachzuweisen ist. Außerdem soll er sich als Komponist betätigt und einen eigenen Musikverlag betrieben haben. Offenbar war er später auch in Entfelden (Kanton Aargau) ansässig, wo 1899 sein Sohn geboren wurde.
In vierter Generation betrieb Ernst Bernhard Koch II (01.01.1877–05.10.1934), Sohn von Ernst Bernhard Koch I, ab etwa 1903 in Barmen den Orgelbau. 1908 verlegte er seinen Betrieb nach Ronsdorf, wo er 1911 mit seinem ebenfalls bei Ernst Bernard Koch I ausgebildeten Cousin (dritten Grades) Heinrich Höhmann (01.02.1875–07.11.1960) die „Orgelbau-Anstalt Koch & Höhmann“ gründete. Nach der Eröffnung einer Orgel-Windmaschinen-Fabrik in den Niederlanden 1916 siedelte Ernst Bernhard Koch II nach Ende des Ersten Weltkriegs um 1920 nach Winterswijk und 1922 nach Apeldoorn um, wo er auch Alleinvertreter der Fa. Walcker für die Niederlande war. Seine fünf Söhne waren ebenfalls als Orgelbauer aktiv:
Der älteste Sohn (Ernst) Bernhard Koch III (21.12.1905–29.11.1978) stieg nach seiner Lehre bei Walcker in Ludwigsburg in den väterlichen Betrieb ein, zunächst 1929 als Geschäftsführer der Zweigstelle „Orgelbau-Anstalt Bernhard Koch Söhne“ in Barmen, 1934 dann auch mit der Führung des Apeldoorner Betriebs. Mit ihm zusammen arbeiteten die Brüder Johannes (gen. Hans) Koch (03.07.1908–09.04.1977), Herbert Koch (31.12.1909–10.01.1979), später Leiter des Apeldoorner Betriebs, Gerhard Koch (03.12.1913–13.04.1995) sowie der hauptberuflich als Architekt tätige Ernst Martin Koch (02.11.1916–13.04.1988).
Der Betrieb in Barmen wurde nach dem Tod Bernhard Kochs 1978 von Gerhard Koch unter dem Namen „Orgelbau Gerhard Koch“ in Ronsdorf geführt. Die Ronsdorfer Firma Bernhard Koch wurde aufgelöst und der Kundenstamm dem Apeldoorner Betrieb „Orgelbouw Bernhard Koch“ übergeben, dessen Leitung (Ernst) Bernhard Koch V (*16.10.1952), Sohn von Herbert Koch, bis zur Geschäftsaufgabe 1995 innehatte. Die Betreuung des deutschen Kundenstamms erfolgte organisatorisch durch Gerhard Koch und Martin Koch (*08.11.1955), Sohn von Ernst Martin Koch, bzw. von 1984 bis 1995 durch Martin Koch alleine.

 

Hugo Koch (1899–1945), Foto aus dem Orgelbauarchiv Koch
Hugo Koch (1899–1945), Foto aus dem Orgelbauarchiv Koch

Der Kölner Orgelbauer Hugo Koch (II) war ein Sohn des in die Schweiz ausgewanderten Hugo Koch I, also ein Cousin der oben genannten Barmener Orgelbauer Ernst Bernhard Koch II und Heinrich Höhmann. Er wurde am 10. Januar 1899 im schweizerischen Entfelden (Kanton Aargau) geboren. Seine Mutter war Elisabeth Rupp, die vermutlich in verwandtschaftlicher Beziehung mit dem Organisten und Organologen Émile Rupp stand. Der Totenzettel Hugo Kochs gibt über seine Laufbahn Auskunft: Er „widmete sich nach der Schulentlassung dem Orgelbauberuf, seit 300 Jahren in der Familie von Vater auf den Sohn vererbt, lernte in der berühmten Orgelbauwerkstatt Coll in Paris. In den ersten Weltkrieg trat er als Freiwilliger ins Heer ein, wurde 17mal verwundet und mit dem E. K. 1, dem deutschen Hohenzollernorden u. a. ausgezeichnet. Dann erhielt er anfängliche Beschäftigung als Organist und Cellist beim Reichssender in Köln, wo er sich später als Orgelbauer selbständig machte und die große Freude erlebte, manche große und schöne Kirchenorgel erbauen zu können. Auch die große Orgel des Reichssenders Köln entstammte seiner Werkstatt, die im zweiten Weltkrieg viermal völlig vernichtet wurde. Trotzdem raffte der mit seltener Energie begabte Meister sich wieder auf und errichtete von neuem sein Lebenswerk auf dem Johannisberg in Leichlingen, wo ihn dann der unerbittliche Tod plötzlich am 12. Juli 1945 ereilte.“
Der Hinweis auf die Orgelbauwerkstatt Cavaillé-Coll weist Hugo Koch als Schüler von Charles Mutin in Paris aus, wo er vermutlich erst nach seinem Heeresdienst, also nach Ende des Ersten Weltkrieges 1918 mitarbeitete, denn vor Kriegesbeginn wäre er noch reichlich jung gewesen. Möglicherweise ging er danach zur Orgelbauanstalt A. S. J. Dekker im niederländischen Goes, denn 1927 erschien in der Zeitschrift für Instrumentenbau ein Diskussionsbeitrag eines Orgelbauer Hugo Koch aus Goes. Diese Vermutung scheint auch insofern nicht ganz abwegig, da Dekker auch im Kinoorgelbau bewandert war und Koch hier seine diesbezüglichen Fähigkeiten erworben hatte, die er augenscheinlich einige Jahre später bei der Kölner Reichssender-Orgel anwendete. Ein weiterer Zeitungsartikel eines Orgelbauers Hugo Koch, diesmal über die Orgel im nordfriesischen Koldenbüttel, erschien am 25.05.1928 in der Friedrichstaedter Zeitung – jener Koch war zu diesem Zeitpunkt Mitarbeiter von Emanuel Kemper & Sohn in Lübeck. Mit diesen Anhaltspunkten lässt sich der mutmaßliche berufliche Werdegang Hugo Kochs von der Mitarbeit bei Mutin in Paris (F) über Dekker in Goes (NL) bis zu Kemper in Lübeck (D) nachzeichnen. Ob er auch mit Ernst Seifert in Köln in Verbindung stand, über dessen Orgel in der St.-Rochus-Kirche in Düsseldorf er in dem o. g. Zeitschrift-für-Instrumentenbau-Beitrag schreibt, muss offen bleiben. Jedenfalls scheint er schon zu diesem Zeitpunkt Kontakte ins Rheinland gehabt zu haben.
Um 1930 ließ er sich dann in Köln-Lindenthal als selbständiger Orgelbauer nieder. Die erste dokumentierte Tätigkeit des „Diplom-Orgelbautechnikers Hugo Koch aus Köln“ lässt sich auf das Jahr 1930 an der Orgel der Liebfrauenkirche Andernach datieren. Am 23. September 1935 heiratete er in Köln Maria (gen. Mia) Kaupmann (28.01.1896–08.01.1972). Der früheste bekannte Orgelneubau Hugo Kochs ist ein Werk mit 6 Registern auf 2 Manualen und Pedal in St. Joseph Bergisch-Gladbach-Heidkamp aus dem Jahr 1936. Das Werk ist nicht erhalten.

Orgel von Hugo Koch für den Reichssender Köln im Kongressaal der Kölner Messehallen (1937)
Orgel von Hugo Koch für den Reichssender Köln im Kongressaal der Kölner Messehallen (1937)

Sein Opus Magnum lieferte Hugo Koch 1937 an den „Reichssender Köln“ (ehem. Westdeutsche Rundfunk AG, WERAG), wo er ja offenbar auch als Musiker angestellt war. Die große, im Kongressaal der Kölner Messehallen aufgestellte Orgel wurde erstmals am 7. Oktober 1937 im Rahmen einer Rundfunksendung der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein zeitgenössischer Pressebericht rühmte das Instrument Hugo Kochs als gleichzeitig als Konzert- wie auch als Kinoorgel verwendbar; der Wechsel solle durch eine Änderung der Luftzufuhr möglich sein. Die Disposition umfasste 44 Register auf zwei Manualen und Pedal, war aber auf eine spätere Erweiterung auf drei Manuale ausgelegt. Der Spieltisch war fahrbar, mit elektrischen Trakturen und zahlreichen Spielhilfen (feste und freie Kombinationen, frei einstellbare Crescendo-Walze, Pianopedal etc.) ausgestattet. Die genaue Disposition ist nicht überliefert. Das Werk ging im Bombenhagel des Zweites Weltkriegs unter.
Im Jahr 1937 lieferte Koch eine weitere kleine Orgel mit 8 Registern auf 2 Manualen und Pedal nach Langenfeld-Wiescheid/Rheinland in die Kirche St. Maria Rosenkranzkönigin; auch dieses Werk ist nicht erhalten. In St. Kilian Büren-Brenken sind möglicherweise noch Bestandteile der mehrfach veränderten Hugo-Koch-Orgel von 1939 erhalten, die ursprünglich 15 Register auf 2 Manualen und Pedal hatte.
Die 1941 erbaute Orgel für die Pfarrkirche St. Nikolaus in Vischel (Kreis Ahrweiler) hatte folgende Disposition: I. Manual: Principal 8', Rohrflöte 8' Praestant 4', Blockflöte 2'; II. Manual: Salicional 8', Offenflöte 4', Octav 2', Cimbel 3f.; Pedal: Subbass 16', Gedacktbass 8' (Transm.), Kleingedackt 4'. Seit 1956 wird die Kirche nicht mehr genutzt, eine Orgel ist nicht mehr vorhanden.
Vereinzelt lassen sich weitere kleinere Arbeiten nachweisen, z. B. 1942 ein Umbau der Klais-Orgel in Rech (Kreis Ahrweiler) oder ein 1943 geplanter, Umbau in Asbach (Kreis Neuwied), der aber schon wegen des Krieges nicht mehr fertiggestellt werden konnte.
Ein Auftragsschwerpunkt Hugo Kochs lag im Bereich des Dekanats Olpe (Südwestfalen), wo er mehrere Neubauten übernahm, von denen er aber nur die 21 Register umfassende Orgel in St. Kunibertus Hünsborn 1940 fertigstellen konnte, die nach mehreren Umbauten 1991 ersetzt wurde. Sie hatte folgende Disposition:
I. Manual: Quintaton 16', Prinzipal 8', Rohrflöte 8', Dolze 8', Prästant 4', Blockflöte 4', Nachthorn 2', Mixtur 3-5f., Trompete 8'; II. Manual: Gedackt 8', Salicional 8', Rohrflöte 4', Schwiegel 2', Terz 1 3/5', Cimbel 3f., Krummhorn 8', Tremulant; Pedal: Subbass 16', Echobass 16' (Windabschwächung), Oktavbass 8', Choralbass 4', Posaune 16'; neben den Normalkoppeln auch Super II-I, Sub II-I, Super II-P.

Briefkopf von Orgelbau Hugo Koch nach 1945
Briefkopf von Orgelbau Hugo Koch nach 1945

Die weiteren Neubauprojekte in Ennest, Bleche, Hillmicke und Freudenberg kamen durch Kriegseinwirkung nicht zur Vollendung. Zunächst lähmten Materialknappheit und Abzug von Arbeitskräften zum Kriegsdienst den Baufortschritt. Schließlich wurden der Betrieb und die Privatwohnung in der Moselstraße 74 in Köln am 20. April 1944 durch einen Bombenangriff völlig zerstört. Im Mai 1944 hatte Koch ein Ausweichlager in einer alten Kirche am Johannisberg in Leichlingen (nördlich von Köln) gefunden und ein neues Büro in der Zülpicher Straße 268 in Köln-Sülz eingerichtet. Auch die neuen Büroräume wurden im Oktober 1944 mitsamt allen Unterlagen vernichtet.
Kurz nach Kriegsende verstarb Hugo Koch am 12. Juli 1945 an einem Herzleiden. Die Witwe Mia Koch führte den Betrieb selbstbewusst fort. Die technische Leitung übernahm Orgelbaumeister Joseph Goebel aus Danzig ab Oktober 1945; er führte den Betrieb ab 1950 bis zu seinem Tode in Leichlingen fort.
Die Orgelwerke aus dem Betrieb von Hugo Koch können beispielhaft für den seinerzeit prägenden Antagonismus zwischen spätromantisch-industrieller Orgelfertigung und den Idealen der Orgelbewegung stehen. Auf der einen Seite steht die anfangs pneumatisch gesteuerte Registerkanzellenlade mit ihren vielen Spielhilfen, die durch Koch mit den Errungenschaften der Elektrizität verbunden wird, und klanglichen Reminiszenzen an eine dynamisch abgestufte Grundtönigkeit, die sich noch in Registern wie Dolze, Salicional oder Echobass (als Windabschwächung) zeigt. Auf der anderen Seite zeigen die Dispositionen mit Registernamen wie Prästant, Sesquialter, Krummhorn, Cimbel usw. eine eindeutige Beeinflussung von der auf das Ideal der Barockorgel ausgerichteten Orgelbewegung. Von den Orgeln Hugo Kochs scheint sich kein Instrument bis zum heutigen Tag erhalten zu haben.

Joseph Goebel (1893–1969)
Joseph Goebel (1893–1969)

Joseph Goebel (09.07.1893–23.08.1969) stammte aus einer Orgelbauerfamilie im ostpreußischen Königsberg. Sein Vater Bruno Goebel (06.10.1860–20.10.1944) übernahm, nachdem er in verschiedenen Betrieben gelernt und gearbeitet hatte, 1894 die Werkstatt des nach Amerika ausgewanderten Orgelbauers Johann Rohn in seinem Heimatort, dem ostpreußischen Wormditt, und ließ sich 1898 in Königsberg nieder.
Joseph Goebel erhielt ab 1909 seine Ausbildung im Betrieb des Vaters und gründete 1920 einen Zweigbetrieb in Danzig, der unter dem Namen „Goebel & Söhne“ firmierte und in dem auch mehrere seiner Brüder mitarbeiteten. Im Zuge der Wirtschaftskrise wurde das Unternehmen 1932 geschlossen, konnte aber 1933 neu gegründet werden. Die prominenteste Arbeit aus dem Hause Goebel war der durchgreifende Umbau der Orgel in der Kathedrale von Oliva im Jahr 1935, nach dem die gesamte Orgelanlage mitsamt der über elektrische Trakturen verbundenen Chor- und Hauptorgel 101 Register zählte und als eine der größten Orgeln im Ostseeraum galt.
Im März 1945 musste Joseph Goebel aus seiner Heimat fliehen und stieg als Teilhaber in den von der Witwe Mia Koch geführten Orgelbaubetrieb in Leichlingen ein, den er schließlich 1949 komplett übernahm. Bis 1967 blieb die alte Kirche am Johannisberg in Leichlingen Werkstatt und Wohnort der Familie Goebel. Nachdem es Joseph Goebel zunächst schwer fiel, in seiner neuen Heimat Fuß zu fassen, konnte der Leichlinger Betrieb in den Nachkriegsjahren 34 neue Orgeln liefern, darunter Instrumente in St. Laurentius Schreibershof (1946), St. Antonius Hillmicke (1946), St. Joseph Solingen-Ohligs (Umbau 1947), St. Augustinus Düsseldorf-Eller (1948), St. Kilian Mainz-Kostheim (1948), St. Suitbertus Heiligenhaus (1949), St. Josef Bleche (1949), St. Marien Freudenberg (1950), St. Jakobus Herbstein (1953), Herz Jesu Schotten (1955), St. Johannes d. T. Schneidhain (1960) und Hl. Kreuz Echzell (1965).
1967 gab Joseph Goebel seine Schrift „Theorie und Praxis des Orgelpfeifenklangs – Intonieren und Stimmen“ heraus. Darin sprach sich darin u. a. für eine Disposition hoher Aliquotstimmen „bis hin zum 19. oder 21. Teilton“ aus, um „wieder mehr Farbigkeit in die moderne Orgel hineinzubringen“.
Joseph Goebel musste den Betrieb ab 1945 unter widrigen Bedingungen führen. Teilweise mussten alte, noch in Kriegszeiten geschlossene Verträge zur Ausführung gebracht werden, obwohl Personal und Material knapp waren. Oft griff Goebel daher auf gebrauchte oder günstige Materialien zurück und versuchte, durch Multiplexsysteme aus dem vorhandenen Material ein Maximum an Klangmöglichkeiten herauszuholen, was auch mit seinen o. g. Ideen zu den Obertonregistern theoretisch untermauert wurde. Das führte oft zu Lösungen, die qualitativ nicht auf lange Sicht überzeugen konnten, weshalb bis heute nur noch wenige Instrumente aus dem Leichlinger Betrieb Koch/Goebel Bestand haben. Eines der frühen Instrumente aus dieser Werkstatt ist die 1982 von Gebr. Stockmann renovierte Orgel in der St.-Laurentius-Kirche Schreibershof, deren ursprüngliche Disposition bis heute unverändert ist.

Quellen: Informationen und Forschungen von Martin Koch, Wuppertal; Orgelbauarchiv Koch (Martin Koch); Totenzettel Hugo Koch (Exemplar im Pfarrachiv Hillmicke, Akte „Orgelkauf“); Zeitschrift für Instrumentenbau 47, S. 662/664; Pfarrarchiv Ennest, Bd. V, 3; Erzbistumsarchiv Paderborn, 418 Hünsborn 1; Joachim Dorfmüller, 300 Jahre Orgelbau im Wuppertal, Wuppertal 1980, S. 19 (Stammtafel), 26ff; Uwe Pape et al., Lexikon norddeutscher Orgelbauer, Bd. 4, Berlin 2017, S. 176f, 299–305; Franz Bösken, Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins, Bd. 4, S. 95, 107, 881, 1178; Jan van Busch, Die untergegangene Schreiber-Orgel in Koldenbüttel und ihre orgelbauenden Organisten, Ars Organi 2/2018, S. 81; Friedrich Jakob, Die Orgelbauer. Das Buch zur Geschichte von Orgelbau Kuhn 1864–2014, Männedorf 2014, S. 377; Franz-Josef Vogt, Zerstört und vergessen, Von unbekannten Kölner Orgeln, Acta Organologica 30, S. 301ff; https://www.brenken.de/historie-teil-2; Marie-Luise Mettlach, Er schuf „Königinnen der Instrumente“ in Leichlingen, Rheinisch-Bergischer Kalender 2003, S. 229–234.

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