Forschungen

Viele meiner musikwissenschaftlichen Forschungen sind inzwischen in Form von Fachaufsätzen in verschiedenen Publikationen erschienen (siehe Texte). Es gibt aber auch so manche kleinere Fundstücke und Recherchen, die keine Druck-Veröffentlichung im größeren Rahmen lohnen, oder auch länger angelegte Projekte, die als Online-Publikation nach und nach Form annehmen können. Für diese Forschungen ist diese Seite der geeignete Ort zur Veröffentlichung. Gerne dürfen die hier vorgestellten Inhalte als „work in progress“ verstanden werden. Hierzu freue mich auf Ihre Hinweise, Ergänzungen, Korrekturen, Fragen etc.!

Durch andere Forschungen bin ich zufällig auf den Namen des Orgelbauers Jan van den Panhuysen aus Rotselaar in Flämisch-Brabant gestoßen und habe mich einmal etwas näher mit ihm befasst, da zum einen noch ziemlich wenig über sein Leben und Werk bekannt ist und zum anderen die z. T. in der Literatur zu findenden Angaben widersprüchlich waren.

Spannend sind die Wege, die einen dabei von Flandern über das Rheinland bis nach Spanien führen. Stellt man die vorhandenen Puzzleteile zusammen, so lässt sich in einem zeitlichen Rahmen von rund 40 Jahren zwischen 1657 und 1697 der Weg Jan van den Panhuysens nachzeichnen, der aus einer in seinem Heimatort Rotselaar alteingesessenen und bedeutenden Familie stammte. Während er in seinen frühen Jahren in Spanien offenbar auch neue Orgeln baute, sind aus seiner späteren Zeit nur mehr oder weniger größere Erneuerungsarbeiten an vorhandenen Orgeln bekannt.

Aufgrund der spärlichen Anhaltspunkte lässt sich über van den Panhuysens Orgelbaustil kaum etwas sagen, die überlieferten Details lassen aber die Vermutung zu, dass es in seinem Werk spannende Verknüpfungen zwischen flämischer und spanischer Orgelbautradition gegeben haben wird.

Hugo Koch war Mitglied einer weit verzweigten und über mehrere Generationen wirkenden Orgelbauersippe in Sachsen, Thüringen, im Rheinland und Westfalen sowie in den Niederlanden. Viele seiner in den 1940er Jahren geplanten Orgeln konnten durch Kriegseinwirkung nicht mehr zur Ausführung kommen. Ein Arbeitsschwerpunkt lag im südwestlichen Teil des heutigen Kreises Olpe. Die Werkstatt des kurz nach dem Krieg 1945 verstorbenen Orgelbauers wurde von dem aus Ostpreußen geflohenen Joseph Goebel übernommen und bestand noch bis 1967 in Leichlingen (Rheinland). Immer wieder wurde ich nach dem Orgelbauer gefragt, nachdem ich einige seiner Projekte im Rahmen meiner Dissertationsarbeit erwähnt hatte. Hier habe ich nun mal überblicksartig alles zusammengestellt, was ich an Informationen über den Orgelbaubetrieb Hugo Koch in Köln zusammentragen konnte.