Fr, 28.10.2016 | 19:00 | Wagenfeld-Ströhen, Ev. Antonius-Kirche

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Canciones Españolas

John Rutter:

(geb. 1945)

Toccata in seven

für Orgel


André Isoir:

(1935–2016)

Trois Pièces pour 2 guitares et orgue

- Tango

- Valse

- Ungarescha


Andreas Willscher:

(geb. 1955)

Toccata alla Rumba

für Orgel


Andreas Willscher:

(geb. 1955)

Sechs Stücke für Gitarre und Orgel

- 1. Lamento

- 2. Aria

- 3. Scherzoso

- 4. Trauermarsch (für einen

  vergossenen Rotwein)

- 5. B-olé-ro

- 6. Nocturne


Erich A. Radke (geb. 1954) und Gerhard Koch-Darkow (geb. 1959):

Don Quichote von der Mancha

für Gitarren-Duo

- Sevillanas
- La Grandezza (Dulcinea von Toboso)
- Don Quichotes Klagelied (Tarantos)
- Viva Sancho
- Viva La Sierra
- Danza Mora
- Don Cardenios trauriges Lied
- Sevillanas (Reprise)


Gitarrenduo „Canciones Españolas“: Erich A. Radke, Gerhard Koch-Darkow

Gabriel Isenberg (Orgel)

Bericht der Kreiszeitung vom 02.11.2016:

Gitarren-Duo und Orgel begeistern die Zuhörer

Ungewöhnliche Klangkombination in der Ströher Kirche

Ströhen - Es gibt nur extrem wenig Musikliteratur, die die Orgel ausgerechnet mit der Gitarre verbindet und dann noch mit einem Gitarren-Duo? Das schienen sich vielleicht die Besucher, die letztlich nicht in der Ströher Kirche anwesend waren, gedacht zu haben und waren weggeblieben. Ein wenig traurige Minen zogen Dr. Klaus Ullmann und Pastor Dirk Brandt als nach dem 15. Besucher niemand mehr kam, obschon das ja fast einmalige Konzert mit ausgezeichneten Musikern kostenlos war. „Das ist so ganz untypisch für Ströhen dieses kleine Aufgebot, wenn es um Musik geht“, erläuterte Brandt für die Musiker.
Nach Ströhen waren das Gitarren-Duo „Canciones Españolas“ mit Erich Adalbert Radke aus Oldenburg und Gerhard Koch-Darkow aus Bad Essen und der Kirchenmusiker im Bezirk Vechta und Kantor im Dammer Dom, Gabriel Isenberg, gekommen. Tatsächlich hatten die drei Musiker das Konzert erst einmal in Damme gespielt und bei einem sommerlichen Ausflug hatte Isenberg einen Blick in die „schnuckelige“ Ströher Kirche geworfen und sofort nachgefragt, ob er hier einmal spielen dürfe.
Er durfte. Mit brachten die drei Musiker ein Kleinod an Hörvergnügen, in Ströhen für einen kleinen Kreis, der nach dem Konzert entfesselt begeistert war. Für die meisten war die Kombination Orgel und Gitarren wohl auch eine Premiere, denn spontan entschlossen sich die Zuhörer alle gemeinsam auf die Orgelempore zu gehen, um die Musiker nicht nur zusammen zu hören, sondern auch zu sehen.
Mit Musiker Radke saß ein Profi vor ihnen, der seit 1996 musikalischer Leiter des Schauspiels an der Landesbühne Niedersachsen Nord in Wilhelmshaven ist und die Musik zu dem Rock-Musical „Luther! – Rebell wider Willen“ schrieb. Exklusiv zum Reformationsjahr 2017 spielt die Landesbühne in Kirchen im ganzen Spielgebiet und lässt den Geist der Reformation spürbar werden. Radke ist auch Musiklehrer an der Kreismusikschule Vechta.
Sein Kollege Gerhard Koch-Darkow ist Künstler, Musiklehrer an der Kreismusikschule in Vechta und Komponist. An den Konzertgitarren ein unschlagbares Duo. Die Stücke genauso ungewöhnlich wie die Instrumenten-Kombination. Oder wer hat schon einmal einen Trauermarsch für einen vergossenen Rotwein jemals gehört? Der zeitgenössische Komponist aus Hamburg, Andreas Willscher, schrieb so etwas. Wie den Boléro von ihm, den die Orgel in Ströhen sicher nicht vergessen wird. Toccaten schrieben viele Komponisten gerade für Orgel, alla Rumba ist da eher die Ausnahme. Modern, schnell, virtuos Instrument und Spieler viel abverlangt, ganz neue Töne von der Empore in Ströhen. Auch John Rutters „Toccata in seven“ verlangte differenziertes Hören. Mit einem Tango, Walzer und einer Ungarescha führte der französische Komponist André Isoir Orgel und zwei Gitarren zusammen.
Ortswechsel: Don Quijote von la Mancha in der Komposition von den Gitarristen Radke und Koch-Darkow im Kirchenraum. Der Organist fungierte als Rezitator und die „Gitarristas“ beschrieben die mitspielenden Personen musikalisch. In acht Miniaturen reisten die Zuhörer durch Spanien mit Don Quijote, dem Ritter von der traurigen Gestalt, seinem Klepper Rosinante und dem Getreuen Sancho Panza, immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Am 11. Oktober 1605 erschien der erste Teil des Romans „Don Quijote“ des spanischen Schriftstellers Miguel de Cervantes. Heute ist der Kampf des Ritters von der traurigen Gestalt gegen Windmühlen sogar sprichwörtlich geworden. Prosa, Verse und Musik verschmolzen zu einem Bild, dass weit in den Süden Spaniens entführte, der Boléro als Zugabe entließ das Publikum in Ströhen.  
sbb